Jugendpolitik in Biesenthal: Fokus auf das Jugendhaus Creatimus
Im März 2026 stand das Kinder- und Jugendhaus "Creatimus" in Biesenthal im Fokus. Der Kultur- & Sozialausschuss evaluierte die Arbeit des Jugendhauses anhand des Jahresberichts. Der Blog beleuchtet die Struktur, die Aktivitäten und die zentralen Herausforderungen der Jugendarbeit in der Region.
Jugendhaus Creatimus: Kernstück der Jugendpolitik in Biesenthal
Die Zukunft einer Stadt hängt stark von der Unterstützung ihrer Jugend ab. In Biesenthal ist das Jugendhaus "Creatimus" in Rüdnitz ein zentraler Anlaufpunkt für junge Menschen. Der März 2026 bot Gelegenheit, die Arbeit des Jugendhauses zu evaluieren – und gleichzeitig die Frage aufzuwerfen, wie Jugendpolitik in ländlichen Regionen konkret gestaltet wird.
Struktur und Funktion des Jugendhauses
Das Jugendhaus Creatimus ist ein Angebot des Sozial- und Kulturraumes in Biesenthal, das sich explizit an Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren richtet. Es bietet einen sicheren, offenen Raum für soziales Miteinander, Kreativität und Bildung. Im März 2026 wurde ein Bericht über die Arbeit des Hauses im Kultur- & Sozialausschuss vorgestellt, der auf Zahlen und Aktivitäten aus dem Vorjahr blickte.
Der Bericht zeigte, dass das Jugendhaus in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich 30 bis 40 Jugendliche wöchentlich anbot. Angebote reichen von offenen Treffen und Kochabenden über Kreativworkshops bis hin zu thematischen Projekten wie Umweltbildung und Medienkompetenz. Besonders hervorzuheben ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit lokalen Schulen und Vereinen, die zur Stabilisierung des Angebots beitrugen.
Herausforderungen in der ländlichen Jugendarbeit
Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die Arbeit in ländlichen Räumen wie Biesenthal nicht ohne Schwierigkeiten. Ein zentraler Punkt im Bericht war die Fluktuation der jungen Zielgruppe – vor allem durch Auswanderung in städtische Regionen. Zudem bleibt die Finanzierung des Jugendhauses abhängig von Fördermitteln, die nicht immer stabil sind. Die Kommune investiert zwar in die Struktur, doch langfristige Planungssicherheit ist oft ein Problem.
Ein weiteres Thema war die Anpassung der Angebote an die digitalen Lebenswelten der Jugendlichen. Während analoge Formate wie Kochen oder Basteln nach wie vor beliebt sind, wächst der Bedarf an digitalen Workshops, insbesondere im Bereich Medienkompetenz und Online-Präsenz. Das Jugendhaus hat erste Schritte in diese Richtung unternommen, sieht aber Handlungsbedarf, insbesondere in der Ausstattung und der Qualifikation der Betreuer*innen.
Zukunftsperspektiven: Jugendpolitik als Investition in die Stadt
Der Kultur- & Sozialausschuss diskutierte nicht nur die Bilanz, sondern auch zukünftige Perspektiven. Ein zentraler Vorschlag war die Etablierung eines Jugendrates, der die Interessen der jungen Bevölkerung direkt in politische Entscheidungsprozesse einbringen kann. Zudem wurde diskutiert, wie das Jugendhaus stärker in die Stadtplanung integriert werden könnte – beispielsweise durch Mitwirkung an Kultur- oder Freizeitprojekten.
Die Debatte machte deutlich: Jugendpolitik ist keine Nebensache, sondern ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit Biesenthals. Das Jugendhaus Creatimus ist hier ein konkretes Beispiel dafür, wie Investitionen in junge Menschen sich langfristig auszahlen können – in Form von sozialer Stabilität, kreativem Potential und wirtschaftlicher Entwicklung.
Ausblick: Von der Struktur zur Substanz
Im April 2026 wird es darum gehen, wie die Ergebnisse des Berichts in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können. Die Kommune hat hier eine entscheidende Rolle – nicht nur finanziell, sondern auch durch politische Gestaltungshaltung. Die Arbeit im Jugendhaus zeigt, dass es möglich ist, trotz ländlicher Gegebenheiten eine lebendige, inklusive Jugendarbeit zu betreiben. Die Herausforderung liegt nun darin, diese Arbeit nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Quellen
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