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Körperliche Selbstbestimmung stärken: Gesundheitspolitik in Marzahn-Hellersdorf im April 2026

Körperliche Selbstbestimmung stärken: Gesundheitspolitik in Marzahn-Hellersdorf im April 2026

Im April 2026 setzte sich der Bezirk Marzahn-Hellersdorf intensiv mit Themen der reproduktiven Gesundheit, Praxis der Gesundheitsversorgung und Prävention auseinander. Der Fokus lag auf der Umsetzung der neuen Rechtslage nach der Streichung von §219a StGB, der Sicherung der Gesundheitsversorgung für gefährdete Gruppen und der Erstellung einer inklusiven Gesundheitsstrategie.

Körperliche Selbstbestimmung und reproduktive Rechte im Fokus

Der April 2026 war in Marzahn-Hellersdorf ein entscheidender Monat in der Gesundheitspolitik. Mit der Streichung von §219a StGB, der bislang die Verbreitung von Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen unter Strafe stellte, standen neue Herausforderungen und Chancen für die medizinische und soziale Infrastruktur im Raum. Das Bezirksamt und der Ausschuss für Gesundheit und Sport setzten sich direkt mit diesen Themen auseinander, um die Rechte von Schwangeren zu stärken und gleichzeitig Ärzt:innen und Beratungsstellen im Bezirk besser zu unterstützen.

Rechte stärken: Informationen zur Schwangerschaftsabbruchversorgung

Die Streichung des §219a StGB brachte eine deutliche Entlastung für medizinische Fachkräfte mit sich, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. In Marzahn-Hellersdorf wurden konkrete Maßnahmen beschlossen, um diese neue Rechtslage in die Praxis umzusetzen. Das Bezirksamt wurde beispielsweise beauftragt, Ärzt:innen und Beratungsstellen über die neue Rechtslage zu informieren und sie darin zu unterstützen, Informationen über den Ablauf und die Methoden von Schwangerschaftsabbrüchen öffentlich zugänglich zu machen.

Ein zentraler Punkt war dabei die Bereitstellung barrierefreier, mehrsprachiger und zentral auffindbarer Informationen. Ziel ist es, Schwangeren ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung zu gewährleisten und gleichzeitig die medizinische Transparenz zu erhöhen. Ärzt:innen wurden auch in die Lage versetzt, bei Bedrohungen oder Anfeindungen Unterstützung in Anspruch zu nehmen – ein Schutz vor rechtsextremem Druck, der in Berlin nicht unwichtig ist.

Prävention stärken: Vernetzung und Gesundheitsstrategie

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vernetzung der Gesundheitsakteure im Bezirk. Das Vernetzungstreffen „Gesundheit und Prävention“ im April 2026 brachte Vertreter:innen aus Gesundheitsämtern, Vereinen, Kliniken und der BVV zusammen, um Themen wie Zahngesundheit, Bewegungsförderung und Gesundheitsbildung zu diskutieren. Ziel ist es, die integrierte kommunale Gesundheitsstrategie fortzuschreiben und gezielt auf Bedarfe der Bevölkerung einzugehen – insbesondere in einem Bezirk mit hohem Anteil an Kindern und Jugendlichen.

Die Diskussionen zeigten auch, dass es bei der Versorgung von Opfern von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen noch Lücken gibt. Ein Antrag auf die Einrichtung eines dauerhaften Beratungsangebots mit mindestens 10 Fachkräften wurde einstimmig beschlossen. Dieses Angebot soll Eltern, Fachkräfte und Opfer gleichermaßen unterstützen und die bestehenden Wartezeiten verringern.

Infrastruktur für eine resiliente Gesundheitsversorgung

Neben der medizinischen Versorgung standen auch Krisenmanagement und Katastrophenschutz im Fokus. Der Bezirk setzte auf eine Erweiterung der kommunalen Informationswege, die in Notfällen klare Anlaufstellen und niedrigschwellige Kommunikationswege bereitstellen. Hybride Veranstaltungsformate, barrierefreie Informationskanäle und gezielte Notfallpläne für vulnerablen Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Menschen mit Behinderungen oder Geflüchtete wurden diskutiert und teilweise bereits umgesetzt.

Ein weiteres Projekt, das im April auf den Tisch kam, zielt auf die Einbindung von Bewegungsangeboten für Senior:innen und Menschen mit Behinderungen in die Stadtplanung ab. Ziel ist es, inklusive Sportgeräte in Grünflächen und Neubauprojekten zu verankern, um Sturzprävention und soziale Teilhabe zu fördern.

Ausblick: Gesundheitspolitik als zentraler Baustein der Stadtentwicklung

Die Entscheidungen im April 2026 zeigen, dass Gesundheitspolitik in Marzahn-Hellersdorf nicht isoliert betrachtet wird, sondern in den Kontext der Stadtentwicklung, der sozialen Gerechtigkeit und der Resilienz eingebettet ist. Die neue Rechtslage, die Stärkung der Prävention und die Fokussierung auf inklusive Angebote bilden die Grundlage für eine Zukunftsfähigkeit, die nicht nur medizinische, sondern auch soziale Dimensionen umfasst.

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