Regensburgs Bildungspolitik im April 2026: Von Erinnerungsarbeit bis zur Schulschließung
Im April 2026 setzte sich der Regensburger Ausschuss für Bildung mit zentralen Themen auseinander – von der Schaffung eines Ortes der Begegnung über die Zukunft der Beruflichen Oberschule Wirtschaft bis hin zur Unterstützung von Bildungsprojekten durch den Verfügungsfonds. Ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen.
Bildungspolitik in Regensburg: Wichtige Entscheidungen im April 2026
Die Bildungspolitik in Regensburg hat sich im April 2026 auf mehreren Ebenen bewegt. Der Ausschuss für Bildung traf entscheidende Beschlüsse, die sowohl die Erinnerungsarbeit stärken, als auch die Struktur der städtischen Bildungslandschaft verändern könnten. Im Fokus standen dabei drei zentrale Themen: die Erschließung eines Ortes der Begegnung, die Zukunft der Beruflichen Oberschule Wirtschaft und der Einsatz des Verfügungsfonds für Bildungsarbeit.
Ein Ort der Begegnung für Erinnerungsarbeit und Extremismusprävention
Eine der größten Entscheidungen im April betraf die Schaffung eines zentralen Ortes der Begegnung, der sich der Gedenk- und Erinnerungsarbeit sowie der Extremismusprävention widmen soll. Der Ausschuss für Bildung hat einstimmig beschlossen, das Konzept zur Kenntnis zu nehmen und umzusetzen. Der geplante Ort soll insbesondere Jugendliche ansprechen und sowohl dauerhafte als auch wechselnde Ausstellungen sowie Veranstaltungs- und Seminarräume bereitstellen.
Die Stadt Regensburg plant, die Räume zentral, barrierefrei und gut erreichbar zu unterbringen. Die Verwaltung ist beauftragt, geeignete Objekte zu prüfen. Finanziell ist das Projekt für 2027 im Haushalt eingeplant, während Kosten für das laufende Jahr aus der Budgetrücklage des Bildungsreferats gedeckt werden.
Dieser Schritt ist Teil eines breiteren Bemühens, die Erinnerungsarbeit in Regensburg zu professionalisieren und zugänglicher zu machen – insbesondere in Zeiten steigender gesellschaftlicher Polarisierung.
Der Weg der Beruflichen Oberschule Wirtschaft in die Auflösung
Ein weiteres zentrales Thema war die Zukunft der städtischen Beruflichen Oberschule Wirtschaft. Die Schule leidet bereits seit mehreren Jahren unter einem starken Rückgang der Schülerzahlen. Ursachen sind unter anderem höhere Übertrittsquoten an Gymnasien, erweiterte Hochschulzugangsmöglichkeiten ohne Abitur sowie die Neueinrichtung des Zweigs "Internationale Wirtschaft" an der Staatlichen FOSBOS Regensburg.
Im Schuljahr 2024/25 waren lediglich 65 Schülerinnen und Schüler bei acht Lehrkräften eingeschrieben. Für das kommende Schuljahr 2025/26 sind sogar nur 57 Schüler angemeldet. Die Schule kann ab 2026/27 voraussichtlich keine Eingangsklasse mehr bilden.
Der Ausschuss für Bildung hat daher einstimmig beschlossen, Verhandlungen mit staatlichen Stellen aufzunehmen, um die Schüler an die Staatliche FOSBOS Regensburg zu überführen und die Schule aufzulösen. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat grundsätzlich Einverstandnis signalisiert. Für das Lehrpersonal werden gleichwertige Lösungen angestrebt, möglicherweise mit staatlicher Unterstützung.
Dieser Schritt ist ein symbolträchtiges Signal für die Anpassung der städtischen Bildungslandschaft an veränderte Strukturen und Herausforderungen – auch wenn er für Betroffene emotional und beruflich belastend sein kann.
Der Verfügungsfonds für Bildungsarbeit: Unterstützung von Projekten und Exkursionen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Verfügungsfonds für Bildungsarbeit. Der Fonds stellte 20.000 € zur Verfügung, von denen 2025 insgesamt 11.676,09 € an Zuschüssen vergeben wurden. Gefördert wurden vor allem Projekte mit Bezug zur Erinnerungs- und Gedenkkultur, darunter Schülerexkursionen nach Paris, Straßburg, Prag, Krakau und Wien. Ein besonderes Projekt war die Aktion „Lass uns reden“ des Campus Asyl e.V., die Dialoge mit Geflüchteten fördert.
Der Ausschuss nahm den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und sah keine Notwendigkeit einer Beschlussnachverfolgung. Dennoch bleibt der Fonds ein wichtiges Instrument, um innovative Bildungsarbeit zu ermöglichen – auch in Zeiten knapper Kassen.
Ausblick: Eine dynamische Bildungspolitik in Bewegung
Die Entscheidungen des April 2026 zeigen, dass die Bildungspolitik in Regensburg in Bewegung ist. Sie bewegt sich zwischen Erinnerung und Zukunft, zwischen Strukturwandel und Investition in neue Formen der Bildung. Der geplante Ort der Begegnung wird in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen, während die Auflösung der Beruflichen Oberschule Wirtschaft einen symbolischen Abschied von einer Ära markiert.
Die Arbeit mit dem Verfügungsfonds zeigt zudem, wie auch in finanziell herausfordernden Zeiten kreative Lösungen für Bildungsprojekte gefunden werden können. Für die Zukunft gilt es, diese Dynamik zu bewahren und weiterzuentwickeln – nicht zuletzt, um Regensburg als lebenswerte und lehrreiche Stadt zu profilieren.
Quellen
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