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Jugendpolitik in Erlangen: Wie die Stadt junge Menschen stärkt

Jugendpolitik in Erlangen: Wie die Stadt junge Menschen stärkt

Im April 2026 setzt Erlangen verstärkte Impulse in der Jugendpolitik. Der Fokus liegt auf Partizipation, Inklusion und der Weiterentwicklung von Bildungs- und Freizeitangeboten.

Jugendpolitik in Erlangen: Partizipation und Zukunftsperspektiven

Jugendpolitik hat in der Stadt Erlangen einen festen Platz in der kommunalen Agenda. Im April 2026 wird deutlich, wie stark die Stadt in diesem Themenfeld aktiv bleibt – mit einer Vielzahl an Projekten, Strategien und Investitionen, die jugendgerechte Lebensbedingungen schaffen und junge Menschen in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung stellen.


Der Teilplan „Erwachsenwerden in Erlangen“ – ein Meilenstein

Der Teilplan Jugend, der 2021 verabschiedet wurde, hat sich als zentraler Leitfaden für die jugendpolitische Arbeit in Erlangen etabliert. Ziel ist es, die Jugendarbeit jugendgerecht zu gestalten – und zwar durch einen partizipativen Prozess. Die Ergebnisse dieses Plans sind auf der Plattform erwachsenwerden-erlangen.de einsehbar.

Ein zentrales Element ist die Fokussierung auf informelle und non-formale Bildungsangebote. Schulische Angebote bleiben zwar wichtig, aber werden bewusst ausgenommen, um die Jugendarbeit als eigenständigen Bereich zu stärken. Der modulare Aufbau des Plans erlaubt zudem Erweiterungen und Anpassungen an veränderte Bedingungen – eine Flexibilität, die gerade in einem dynamischen Umfeld wie der Jugendförderung entscheidend ist.


Die Charta der Jugendarbeit – Leitlinien für eine inklusive Stadt

Eine weitere Meile in der Jugendpolitik ist die Charta der Jugendarbeit. Sie wurde gemeinsam mit Jugendlichen, Eltern, Trägern und der Verwaltung entwickelt und vom Jugendhilfeausschuss mit 14:0 Stimmen beschlossen. Die Charta ist eine verbindliche Leitlinie, die Prinzipien wie Inklusion, Diversität, Selbstorganisation und barrierefreier Zugang verankert.

Die Charta wird voraussichtlich im Mai 2026 im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „100 Jahre Jugendamt“ vorgestellt. Damit wird sie nicht nur als politisches Instrument genutzt, sondern auch symbolisch als Teil der langfristigen Verpflichtung der Stadt gegenüber den jungen Menschen.


Ganztagsschulen und Betreuung – Investition in die Zukunft

Die Ausweitung der Ganztagsschulen und der Betreuungsangebote ist ein weiterer Schwerpunkt. Die Stadt Erlangen hat sich verpflichtet, eine gebundene Ganztagsklasse an der Grundschule Tennenlohe ab dem Schuljahr 2026/2027 einzurichten. Die Stadt übernimmt dabei den Sachaufwand und eine pauschale Kostenbeteiligung.

Mit der Flexibilisierung der GGTS-Angebote (gebundene Ganztagsbetreuung) und der Erhöhung der staatlichen Förderung um 25 % ab 2026/2027 wird deutlich, dass die Stadt nicht nur auf die schulische Betreuung, sondern auch auf die psychosoziale Entwicklung junger Menschen setzt.


Freizeitangebote und Inklusion – Chancengleichheit für alle

Freizeit ist ein zentraler Aspekt im Leben junger Menschen. In Erlangen wird versucht, hier gezielt auf die Bedürfnisse einzugehen – und zwar durch bessere Ausstattung von öffentlichen Treffpunkten, vereinfachte Raumnutzung und den Ausbau inklusiver Angebote.

Ein besonderes Projekt ist die Entwicklung einer städtischen Freizeit-App mit Filterfunktion, die Jugendliche gezielt an relevante Angebote heranführt. Zudem wurde der ErlangenPass eingeführt, der einkommensschwache Jugendliche in Freizeitangebote einbindet. Mehrsprachigkeit und Barrierefreiheit sind dabei feste Bestandteile der Strategie.


Schulbau und Sanierungen – Investition in die Bildungsinfrastruktur

Die Sanierung der Pestalozzischule und die Planung der Außenanlagen der Eichendorffschule zeigen, wie sehr die Stadt auch in die physische Infrastruktur investiert. Beide Schulen dienen als zentrale Orte für Bildung und Integration – insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund und finanziell belasteten Familien.

Die Eichendorffschule beispielsweise hat einen besonders hohen Anteil an Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Sanierungspläne beinhalten unter anderem den Austausch von Fenstern durch energieeffiziente Kunststofffenster mit Dreifachverglasung. Die Pestalozzischule hingegen benötigt dringend Sanierungsmaßnahmen, da der Gebäudezustand als unvereinbar mit dem Leitbild der Stadt angesehen wird.


Jugendpolitik als Teil der Demokratiebildung

Eine zentrale Botschaft der aktuellen Jugendpolitik in Erlangen ist die Stärkung der demokratischen Partizipation. Jugendliche haben nicht nur das Recht auf Mitsprache, sondern auch auf Mitgestaltung und Mitwirkung.

Die Charta der Jugendarbeit und der Teilplan „Erwachsenwerden in Erlangen“ verankern diese Prinzipien. Angebote sind freiwillig, niedrigschwellig und fördern die Selbstorganisation. Zudem werden Evaluation und Feedbackzyklen genutzt, um die Qualität der Maßnahmen kontinuierlich zu verbessern.


Fazit: Eine Stadt, die zukunftsorientiert denkt

Erlangen zeigt mit seiner Jugendpolitik, wie eine Stadt jugendgerecht sein kann – durch Investitionen in Bildung, Freizeit und Infrastruktur, aber auch durch die aktive Einbindung junger Menschen in Entscheidungsprozesse. Die Charta der Jugendarbeit, der Kinder- und Jugendgipfel und die Ausweitung der Ganztagsschulen sind nicht nur politische Akte, sondern auch Zeichen einer langfristigen Verpflichtung gegenüber der kommenden Generation.

In einer Zeit, in der die Zukunft von Städten immer stärker von jungen Menschen geprägt wird, ist es entscheidend, diese als Partner und nicht nur als Zielgruppe zu verstehen. Erlangen setzt hier mit einer klaren Strategie und einer soliden finanziellen Ausstattung ein gutes Beispiel.

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