Jugendhilfe in Coburg: Strukturelle Herausforderungen und personelle Engpässe
Im März 2026 standen im Jugendhilfesenat der Stadt Coburg strukturelle Herausforderungen und personelle Engpässe im Fokus. Der Bericht zur Organisationsuntersuchung zeigt deutlich auf, dass das Amt für Jugend und Familie überlastet ist – mit weitreichenden Folgen für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen.
Jugendhilfe in Coburg: Der Kampf gegen die Überlastung
Die Jugendhilfe in Coburg steht seit Monaten unter Druck. Im März 2026 tagte der Jugendhilfesenat der Stadt, um die Ergebnisse einer umfassenden Organisationsuntersuchung zu beraten. Die Schlussfolgerung: Das Amt für Jugend und Familie ist strukturell und personell überlastet – eine Situation, die nicht nur die Arbeitseffizienz, sondern auch die Qualität der Betreuung gefährdet.
Strukturelle Überlastung und fehlendes Personal
Die Organisationsuntersuchung, durchgeführt mit Unterstützung des Instituts für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (INSO), analysierte die Arbeitsbelastung und Personalbedarfe im Amt für Jugend und Familie. Dabei zeigte sich, dass die Belastung bereits seit längerer Zeit anhält. Präventive Angebote, Gefährdungseinschätzungen und Hilfen zur Erziehung leiden unter dem Mangel an Personal.
Die Grundlage für die Personalbemessung war das Handbuch PeB (Personalbemessung der Jugendämter in Bayern), das als Standard für die Stellenberechnung gilt. Dennoch wurde eine klare personelle Unterdeckung festgestellt, die laut Bericht nicht durch interne Optimierungen allein behoben werden kann.
Springerstellen als vorübergehende Lösung
Um die Arbeitsprozesse kurzfristig zu entlasten, wurden dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) zwei zusätzliche Springerstellen zugewiesen. Diese Stellen sind jedoch befristet und sollen 2027 wieder eingezogen werden. In der aktuellen Sitzung des Jugendhilfesenates wurde der Bericht zur Bedarfsfeststellung und Handlungsempfehlungen beraten. Der Bedarf wird in die Haushaltsplanberatung 2027 einfließen, um langfristige Lösungen zu ermöglichen.
Die aktuelle Personalpolitik zeigt, dass die Stadt Coburg an einer Lösung arbeitet – allerdings bleibt unklar, wie die finanziellen Mittel für eine dauerhafte Ausweitung der Stellenbasis gesichert werden sollen.
Voraussetzungen für eine nachhaltige Jugendhilfe
Die Herausforderungen, vor denen die Jugendhilfe in Coburg steht, sind nicht neu. Sie spiegeln ein Problem wider, das auf mehreren Ebenen – kommunal, regional und staatlich – angegangen werden muss. Die aktuelle Diskussion um die Personalbemessung und die Stellenplanung zeigt, dass Coburg auf die Erweiterung des Personals angewiesen ist, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Zentral ist dabei auch die Frage, wie die Jugendhilfe in Coburg in Zukunft finanziert wird. Die Stadt muss in der Haushaltsplanung 2027 deutlich mehr Kapazitäten für den ASD und andere Abteilungen einplanen. Gleichzeitig ist es wichtig, den Dialog mit den Fachkräften zu suchen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und die Fluktuationsrate niedrig zu halten.
Ausblick: Was kommt nach der März-Sitzung?
Die Ergebnisse der Organisationsuntersuchung und die Diskussionen im Jugendhilfesenat sind ein entscheidender Meilenstein. Sie zeigen, dass Coburg die Probleme erkannt hat und Maßnahmen einleitet. Doch die wirklich entscheidenden Schritte liegen vor allem in der nächsten Haushaltsplanung. Nur mit einem soliden Personal- und Finanzrahmen kann die Stadt Coburg langfristig eine qualitativ hochwertige Jugendhilfe garantieren.
Quellen
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