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Soziale Arbeit und Jugendprävention in Augsburg – Ein Monat im Fokus

📍 Augsburg · Bayern
Soziale Arbeit und Jugendprävention in Augsburg – Ein Monat im Fokus

Im Januar 2026 hat die Stadt Augsburg wichtige Entscheidungen im Bereich Sozialarbeit und Jugendprävention getroffen. Im Mittelpunkt standen die Umsetzung des „Communities That Care“-Programms, die Bekämpfung von Radikalisierung und Extremismus sowie die Stärkung der Medienkompetenz von Jugendlichen. Dieser Blog-Artikel analysiert die Hintergründe, Ziele und Auswirkungen dieser Maßnahmen.

Soziale Arbeit und Jugendprävention in Augsburg – Der Januar 2026

In einem Jahr, das von steigender gesellschaftlicher Polarisierung und wachsenden Herausforderungen im Bereich Radikalisierung und Jugenddelinquenz geprägt ist, hat die Stadt Augsburg in den ersten Wochen des Jahres 2026 entscheidende Schritte in der Sozial- und Jugendpolitik unternommen. Ziel ist es, die soziale Zukunftsfähigkeit der Stadt zu stärken und Jugendliche vor Risiken wie Gewalt, Radikalisierung und Desintegration zu schützen.

Entwicklung des CTC-Konzepts: Eine stadtweite Präventionsstrategie

Die Stadt Augsburg setzt auf das amerikanische Modell „Communities That Care (CTC)“, das auf der wissenschaftlichen Grundlage der Jugendprävention basiert. Ziel ist es, Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu stärken und Risikofaktoren zu reduzieren. In einer umfassenden Schülerbefragung 2024 wurden Trends wie ein Anstieg des antisozialen Verhaltens, ein Rückgang moralischer Überzeugungen und ein Anstieg der Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen festgestellt.

Die Ergebnisse dieser Befragung liegen nun dem CTC-Aktionsplan zugrunde, der in mehreren Stadtteilen wie dem Wolfram- und Herrenbachviertel, Hochfeld, Oberhausen und Kriegshaber umgesetzt wird. Schulen erhalten dabei Unterstützung bei der Analyse der Daten und bei der Entwicklung von Präventionskonzepten. Medienkompetenz wird dabei als zentraler Schutzfaktor identifiziert – ein Schwerpunkt, der sich auch in anderen Maßnahmen der Stadt widerspiegelt.

Radikalisierungsprävention: Ein interdisziplinäres Vorhaben

Die Stadt Augsburg hat in den letzten Jahren bereits erste Erfahrungen im Bereich der Radikalisierungsprävention gesammelt. Im Januar 2026 wurde nun ein phänomenübergreifendes Konzept beschlossen, das universelle, selektive und indizierte Maßnahmen umfasst. Ziel ist es, demokratische Werte zu stärken, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen.

Die Maßnahmen reichen von der Stärkung der Medienkompetenz über die Förderung von Demokratieprojekten bis hin zur Einrichtung von Anlaufstellen wie der Meldestelle REspect! und der Gleichstellungsstelle. Besonders gefährdet sind laut Verfassungsschutzbericht 2024 Jugendliche durch radikale Ideologien im Internet. Die Stadt setzt daher auf Präventionsmaßnahmen, die den Umgang mit Hass im Netz, Desinformation und Extremismus thematisieren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einbeziehung von Fachkräften durch Fortbildungen und die Schaffung von Austauschräumen wie dem Forum St. Johannes. Die Stadt kooperiert dabei eng mit der Medienstelle Augsburg (MSA) und anderen Partnern aus der Zivilgesellschaft.

Kultur- und Bildungsort St. Johannes: Ein neues Zentrum für Medienbildung und Sozialraumarbeit

Ein weiteres zentrales Projekt ist die Entwicklung des Kultur- und Bildungsorts im Kirchenraum St. Johannes in Augsburg-Oberhausen. Dieser Ort wird nicht nur als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum genutzt, sondern auch als zentraler Standort für Medienbildung und Prävention. Der Medienbildungs-Hub „Klickpunkt“ wird dort beheimatet und bietet Workshops, eine Medienwerkstatt und Elternabende an. Dabei stehen Themen wie digitale Geschichten, Online-Etikette, Desinformation und Hass im Netz im Fokus.

Die Einrichtung ist Teil der städtischen Präventionsstrategie und verbindet die CTC-Methodik mit der Medienpädagogik. Fördermittel in Höhe von 900.000 Euro von der Evangelischen Landeskirche ermöglichen die Umsetzung. Der Raum ist zudem ein zentraler Knotenpunkt für soziale Arbeit und Bürgerbeteiligung, der durch Partnerschaften mit der Diakonie, dem Kulturreferat und weiteren Stadtbereichen gestärkt wird.

Ausblick: Wie wird Augsburg die Herausforderungen der Zukunft meistern?

Die Entscheidungen des Januars 2026 zeigen, dass Augsburg bewusst auf Prävention, Bildung und soziale Teilhabe setzt. Die Stadt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur auf die Bekämpfung von Symptomen abzielt, sondern vor allem auf den Aufbau von Resilienz und demokratischer Haltung bei Jugendlichen.

Die Umsetzung des CTC-Modells, die Radikalisierungsprävention und die Stärkung der Medienkompetenz sind dabei eng miteinander verknüpft. Gelingt es, diese Strategien in den Stadtteilen nachhaltig zu verankern, könnte Augsburg ein Vorbild für andere Städte in Deutschland werden – nicht zuletzt in einem Jahr, in dem politisch motivierte Straftaten um 40 Prozent zugenommen haben.

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