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Stuttgart setzt im Januar 2026 auf klimafreundliche Energie- und Versorgungspolitik

Stuttgart setzt im Januar 2026 auf klimafreundliche Energie- und Versorgungspolitik

Im Januar 2026 setzte Stuttgart verstärkt auf erneuerbare Energien, Smart Grid-Technologien und klimaneutrale Projekte. Die Stadtwerke, SSB und andere städtische Unternehmen leisteten bedeutende Beiträge zur Klimastrategie der Landeshauptstadt.

Klimaneutralität in Stuttgart: Energie- und Versorgungspolitik im Fokus

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat sich das Ziel gesteckt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Im Januar 2026 setzte sich diese Vision besonders deutlich in der Energie- und Versorgungspolitik der Stadt fort. Zahlreiche Initiativen, Investitionen und strategische Entscheidungen zeigen, dass Stuttgart auf dem Weg zur Klimaneutralität konsequent voranschreitet.

Erneuerbare Energien: Wind und Sonne im Fokus

Die Stadtwerke Stuttgart GmbH (SWS) investieren kontinuierlich in erneuerbare Energien. Im Jahr 2024 kamen zwei Windparkgesellschaften und vier Solarpark- und Wärmeversorgungsgesellschaften hinzu. Im Januar 2026 standen vor allem die Windparks Lieskau I und II sowie der Solarpark in Habscheid im Vordergrund. Diese Anlagen trugen erheblich zur Stromerzeugung bei, wobei die Technische Verfügbarkeit bei über 96 % lag.

Zudem wurden Photovoltaik-Projekte wie der EnergieFeld Kleinglattbach geplant, der im Jahr 2026 in Betrieb gehen soll. Die SWS plant auch, die Zertifizierung nach ISO 14001 und ISO 50001 vorzubereiten, um ihre Umwelt- und Energiemanagement-Strategien weiter zu stärken.

Klimaneutralität im Straßenbahnverkehr

Ein weiteres wichtiges Kapitel ist die Verkehrswende in Stuttgart. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist entschlossen, bis 2035 klimaneutral zu fahren. Im Januar 2026 wurde der Ausbau emissionsfreier Buslinien beschleunigt, wobei bis 2027 alle innerstädtischen Linien emissionsfrei sein sollen.

Die SSB nutzt grüne Finanzierungsinstrumente und hat sich bereits seit 2022 von Glyphosat zurückgezogen. Zudem fördert sie Biodiversität durch Maßnahmen wie Magerwiesengleise und Nisthilfen. Die Finanzhilfe aus dem Verkehrsverbund Stuttgart (SVV) in Höhe von 70 Mio. EUR im Jahr 2024 unterstreicht die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die Klimastrategie.

Digitalisierung und Infrastruktur: Der Ausbau des Glasfasernetzes

Die Gigabit Region Stuttgart GmbH setzte 2026 auf den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes. Ziel ist es, bis 2030 90 % aller Haushalte mit Gigabit-Internet zu versorgen. Im Januar 2026 war bereits ein Meilenstein erreicht: 565.000 Haushalte verfügten über eine Glasfaser-Verbindung. Die Digital MoveS GmbH, die für digitale Mobilitätslösungen zuständig ist, steigerte ihre Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr deutlich und plant eine Steigerung auf 3.062 TEUR im Jahr 2025.

Wohnen und Klimaschutz: Sozialer Wohnungsbau im Umbruch

Im Bereich Wohnen setzte Stuttgart auf langfristige Mietbindung und soziale Verträglichkeit. Im Januar 2026 wurden Förderungen für Miet- und Belegungsbindungen in Projekten wie Heuglinweg 5 (Degerloch) und Zinkbrunnenstr. 11 (Wangen) bewilligt. Die Förderungen aus dem Teilfinanzhaushalt 610 dienten der Sicherung von bezahlbaren Wohnungen und trugen zur Klimaschutzstrategie bei, da energieeffiziente Bauweisen und erneuerbare Energien gefördert werden.

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) investierte 2024 bereits 17,4 Mio. EUR in energetische Modernisierungen. Ziel ist es, bis 2035 klimaneutrale Wohnbauprojekte umzusetzen, wobei Photovoltaik, Wärmepumpen und Neckarwärme eine zentrale Rolle spielen.

Ausblick: Nachhaltigkeit als zentrales Gestaltungsmerkmal

Stuttgart hat sich im Januar 2026 als Vorreiter in der Klimaschutzpolitik gezeigt. Die Kombination aus erneuerbaren Energien, emissionsfreier Mobilität, digitaler Infrastruktur und sozialer Wohnraumplanung unterstreicht die strategische Vielfalt der Stadt. Mit Projekten wie der Wasserstoff-Pipeline im Hafengelände, dem Ausbau der Abwasserwirtschaft und der Förderung von Klimaschutz in der Veranstaltungsbranche zeigt sich ein übergreifendes Engagement für Nachhaltigkeit.

Die Herausforderungen bleiben groß – vor allem bei der Finanzierung und der technischen Umsetzung. Doch die Ambitionen sind klar: Stuttgart will bis 2035 klimaneutral sein und dabei Vorbildfunktion für andere Städte in Deutschland übernehmen.

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