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Stuttgart setzt auf Verdichtung und Klimaschutz – Stadtbau im März 2026

📍 Stuttgart · Baden-Württemberg
Stuttgart setzt auf Verdichtung und Klimaschutz – Stadtbau im März 2026

Im März 2026 setzte Stuttgart verstärkt auf Verdichtung in die Höhe, städtebauliche Sanierung und klimafreundliche Mobilität. Das Quartier Gaisburg mit dem Konzept „Urban Sandwich“ ist ein zentraler Baustein in der innerstädtischen Gewerbeplanung. Gleichzeitig wurden neue Parkgebührensätze verabschiedet und Radverkehrsinfrastruktur ausgebaut.

Verdichtung in die Höhe – Das „Urban Sandwich“-Konzept in Gaisburg

Stuttgart-Ost ist im März 2026 ein zentraler Brennpunkt städtischer Bauplanung. Mit dem Konzept „Urban Sandwich Gaisburg“ setzt die Stadt auf eine flächeneffiziente Verdichtung, um bestehende Wirtschaftsstrukturen – insbesondere aus Handwerk, Produktion und Logistik – langfristig zu sichern. Der zentrale Baustein ist die Stapelung von Nutzungen in die Höhe, um den Flächenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Das Konzept wurde in vier Phasen entwickelt und mit den Eigentümern intensiv abgestimmt. Ziel ist es, die bestehende Heterogenität in der Nutzung zu schützen und durch flexible Grundstücksnutzungen neue Wachstumsfelder zu erschließen. Die Entwicklung des Bebauungsplans Ulmer Straße (Stgt 199.2) ist in vollem Gange, und der Auslegungsbeschluss ist für 2028 vorgesehen.

Die Verdichtung wird dabei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch klimatisch sinnvoll gestaltet. Gebäudehöhen sind auf maximal 15 Meter begrenzt, um Kaltluftströmungen zu schützen. In Bereichen mit starker Versiegelung und Wärmebelastung ist die Quartiersentwicklung stadtklimatisch sanierungsbedürftig, weshalb grüne Schneisen und begrünte Dächer eine zentrale Rolle spielen.

Radverkehr und Mobilität – Ausbau der Hauptradrouten

Neben der Verdichtung ist die Ausrichtung auf umweltfreundliche Mobilität ein weiterer Schwerpunkt. Im März wurde die Hauptradroute 41 (HRR 41) in der Pischek-, Jahn- und Mittleren Filderstraße genehmigt, mit einem Budget von 13,8 Millionen Euro. Die Route ist Teil der strategischen Planung, bis 2030 den Anteil des Radverkehrs auf 25 % zu steigern.

Ein weiteres Highlight ist die Erprobung der Leipziger Kombispur in der Ludwigsburger Straße, die den Radverkehr flexibler gestaltet. Gleichzeitig wurden neue Radgaragen in Bad Cannstatt und Stuttgart-West geplant, und das Verkehrsversuch in der König-Karl-Straße lieferte erste Erkenntnisse zur Reduktion von Radunfällen.

Die Stadt setzt zudem auf Förderprogramme wie „Stuttgarter Rössle“, das E-Lastenräder für Familien finanziell unterstützt. Laut einer Nachnutzungsbefragung nutzen 77 % der Familien E-Lastenräder als Ersatz für den PKW, was die Effizienz des Programms unterstreicht.

Parkgebühren neu – Finanzierung durch City-Modell

Im März 2026 trat die neue Parkgebührensatzung (PGebS) in Kraft. Die City-Zone wurde neu definiert, mit einem Mindestparkzeitmodell: 1,40 Euro für zehn Minuten und 0,10 Euro für jede weitere Minute. In anderen Gebieten gilt ein steigendes Modell, wobei Tagesparker und Monatskarten für P+R-Anlagen angeboten werden.

Die Reform zielt darauf ab, den Parkraum effizienter zu nutzen und gleichzeitig den Ausbau des ÖPNV zu unterstützen. Die Erträge aus den Parkgebühren fließen in die Finanzierung von Großprojekten wie der Hauptradroute 2 und der Radschnellverbindung Korridor 5.

Quartiersentwicklung und soziale Integration

In den Stadtteilen Dürrlewang und Gablenberg setzte Stuttgart im März 2026 auf soziale Quartiersentwicklung. Das Stadtteilmanagement Dürrlewang und Gablenberg wurde mit jeweils 185.000 und 164.300 Euro budgetiert, finanziert aus dem Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ und dem Verfügungsfonds der Stadt. Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement zu stärken und soziale Angebote wie Strickkurse, Seniorenratgeber und Stadtteilkino zu fördern.

In Dürrlewang wurde zudem ein neues Wohn- und Pflegezentrum in der Osterbronnstraße 60 geplant, das Tagespflege, betreutes Wohnen und einen Bürgertreff unter einem Dach vereint. In Gablenberg steht die Sanierung der Hauptstraße und der Klingenbachanlage im Fokus, verbunden mit der Planung einer Quartiersgarage unter der Gablenberger Schule.

Fazit – Verdichtung als Zukunftsinvestition

Die städtischen Maßnahmen des März 2026 zeigen einen klaren Trend: Stuttgart setzt auf Verdichtung, Klimaschutz und soziale Quartiersentwicklung. Mit dem „Urban Sandwich“-Modell wird die Stadt ihre innerstädtischen Flächen effizienter nutzen, während gleichzeitig die Radinfrastruktur und der ÖPNV ausgebaut werden. Die Reform der Parkgebühren und die Einbindung von Bürgerbeteiligung in Stadtteilen wie Dürrlewang und Gablenberg unterstreichen die strategische Ausrichtung auf eine nachhaltige, lebenswerte Stadt.

In den nächsten Monaten wird es entscheidend sein, wie weit die Planung für die Hauptradrouten und die Sanierung stadtklimatisch sensibler Quartiere voranschreitet. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung durch den Doppelhaushalt ein zentraler Faktor, um die langfristigen Ziele der Stadtentwicklung zu verwirklichen.

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