Stuttgart setzt auf Bewegungsförderung und Großereignisse – Ausblick 2026
Im April 2026 hat Stuttgart mit der Sitzung des Sportausschusses entscheidende Weichen für die Zukunft seiner Bewegungslandschaft gestellt. Großveranstaltungen wie der Red Bull Cerro Abajo und digitale Initiativen wie „0711Moves“ stehen im Fokus – genauso wie die Herausforderungen bei der Finanzierung von Vereinssportstätten.
Stuttgart als Bewegungsstadt: Großereignisse, digitale Angebote und finanzielle Herausforderungen
Im April 2026 hat die Stadt Stuttgart mit der Sitzung des Sportausschusses erneut gezeigt, dass sie sich aktiv für eine lebendige Bewegungskultur einsetzt. Das Thema Sport und Bewegung wird dabei sowohl strategisch als auch praktisch angegangen – von internationalen Großereignissen bis hin zu lokalen Vereinen und digitalen Bewegungsinitiativen. Doch nicht nur die Chancen, auch die finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen spielen eine zentrale Rolle.
Großereignisse: Red Bull Cerro Abajo als Image-Verstärker
Im September 2026 wird Stuttgart erstmals Austragungsort der weltweit größten urbenen Downhill-Mountainbike-Rennstrecke, dem Red Bull Cerro Abajo, sein. Die Strecke verläuft von Weißenburgpark bis Wilhelmsplatz und wird bis zu 25.000 Zuschauer anziehen. Mit einer geschätzten wirtschaftlichen Wirkung von 5,4 Millionen Euro und einer Live-Übertragung über DAZN, YouTube und MagentaTV bietet das Event nicht nur sportliche Highlights, sondern auch einen starken Imagegewinn für die Stadt.
Wichtig dabei: Die Veranstaltung ist Teil der UCI-Ranking-Serie und wird erstmals auch eine Frauenkategorie beinhalten – ein Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung im Radsport. Die globale Reichweite durch Partnerschaften mit Medien wie Sportschau oder RTL wird Stuttgart als internationale Radsportstadt positionieren.
Bewegungsförderung: Von der Kommunikationsstrategie bis zur App
Die Stadt setzt auch bei der Bewegungsförderung auf mehrere Ebenen. Die Kommunikationsstrategie „Stuttgart bewegt sich!“ zielt darauf ab, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen – von Kindern bis zu Senioren – anzusprechen und zu aktivieren. 2025 stiegen die Besuche auf der zugehörigen Website um 52 % im Vergleich zu 2023. Die Kommunikation erfolgt dabei über Elternansprache, Social Media, Influencer und Communityarbeit.
Ein weiteres zentrales Projekt ist „0711Moves“, eine digitale Plattform, die inaktivere Bevölkerungsgruppen zu mehr Bewegung motivieren soll. Die App oder PWA bietet Bewegungspunkte, Aufgaben und eine Community-Funktion. Sie ist Teil des Projekts KOMBINE und wird in Betriebssportkonzepten und Schulen integriert. Durch Zusammenarbeit mit Ärzten und Sportvereinen wird die Initiative eine breite Akzeptanz finden.
Finanzierung von Vereinssportstätten: Herausforderungen im Fokus
Während Großereignisse und digitale Angebote neue Impulse setzen, stehen Vereine vor finanziellen Herausforderungen. Die Stadt finanziert Vereinseigene Schwimmbäder aktuell mit einem Zuschussmodell, bei dem 80 % der Defizite refinanziert werden. Allerdings steigen die Defizite kontinuierlich – von 957.178 € (2020) auf 1.649.310 € (2024). Dazu gehören Personalkosten (45,6 %), Energie und Reinigung (30,2 %) sowie Bauunterhalt (17,25 %).
Die Stadt plant, den Zuschuss in Zukunft zu reduzieren, Bäder zu schließen und Ressourcen umzuschichten. Für 2027 ist eine Entscheidung über die weitere Finanzierung geplant. Gleichzeitig steigen die Sachkostenbeiträge (SKB) für Vereine ab Januar 2026, was zusätzliche finanzielle Belastungen verursacht.
Inklusivität und Gleichberechtigung: Neue Wege in der Sportpolitik
Die Sportpolitik in Stuttgart verfolgt auch klare Ziele in Richtung Gleichberechtigung und Inklusivität. Ein Pilotprojekt namens „SpORT für Dich“ untersucht gendersensible Sportangebote und bezieht trans, inter und nicht-binäre Persönlichkeiten mit ein. Ziel ist es, niedrigschwellige Angebote zu schaffen, die soziale Einbindung fördern und baulich zugänglich sind. Infrastrukturziele wie gut erreichbare, beleuchtete Räume und sichere Flächen sind dabei zentral.
Zudem wird die Ehrenamtskarte Baden-Württemberg in städtischen Einrichtungen wie der Eiswelt Stuttgart akzeptiert. Sie bietet Ermäßigungen für ehrenamtlich Engagierte und wird durch die Stadtverwaltung weiter ausgebaut.
Fazit: Stuttgart baut auf Bewegung als Identitätsmerkmal
Stuttgart hat sich in den April 2026 als Stadt mit vielschichtiger Bewegungsstrategie etabliert. Von internationalen Großereignissen wie dem Red Bull Cerro Abajo bis hin zu digitalen Initiativen und inklusiven Angeboten – die Stadt setzt auf Bewegung als Schlüsselthema für Gesundheit, Identität und Wirtschaft. Gleichzeitig zeigt sich, dass der finanzielle Aufbau und die Infrastruktur für Vereine und Stätten entscheidend sind, um diese Vision langfristig zu tragen.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob die geplanten Maßnahmen wie die Umwandlung von Rasen in Kunstrasen oder die Verlängerung der Namensgebung des GAZi-Stadions genauso erfolgreich umgesetzt werden wie die Bewegungsstrategie „Stuttgart bewegt sich!“. Für 2027 und darüber hinaus gilt: Bewegung ist ein zentraler Baustein für die Zukunft der Stadt.
Quellen
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