Inklusive Kita-Landschaft in Stuttgart: Fortschritte, Herausforderungen und Zukunftsvisionen
Im März 2026 blickt Stuttgart auf die Entwicklung seiner inklusiven Kita-Landschaft zurück und bereitet sich auf die nächste Phase vor. Die „Leitlinie Kita für alle“ ist in der zweiten Hälfte ihrer Pilotphase, und die Modell-Kita „Zusammen wachsen“ wird bald in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird die Stadt am Modellversuch Inklusion (MoVe In) teilnehmen, um die Inklusion weiter zu stärken.
Inklusive Kita-Landschaft in Stuttgart: Fortschritte, Herausforderungen und Zukunftsvisionen
Stuttgart setzt sich seit mehreren Jahren aktiv für eine inklusive Kita-Landschaft ein. Im März 2026 steht die Stadt an einem entscheidenden Punkt: Die Leitlinie „Kita für alle“ ist in der zweiten Hälfte ihrer dreijährigen Pilotphase, und der Abschluss des Modell-Kita-Bauprojekts „Zusammen wachsen“ rückt näher. Gleichzeitig wird die Teilnahme am Modellversuch Inklusion (MoVe In) vorbereitet – ein Schritt, der die Inklusion in der Kindertagesbetreuung in Stuttgart nachhaltig stärken soll.
Fortschritte der Leitlinie „Kita für alle“
Die Leitlinie „Kita für alle“ wurde 2023 beschlossen und hat seither eine Vielzahl an Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ziel ist es, eine inklusive Kita-Landschaft zu schaffen, in der alle Kinder – unabhängig von Behinderung, kulturellem Hintergrund oder Förderbedarf – gleiche Chancen haben. Die Pilotphase läuft bis 2026, und im April 2025 fand bereits eine Zwischenauswertung statt, die positive Fortschritte hinsichtlich der inklusiven Haltung und Praxis in Kitas bestätigte.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Praxisbeirat „Kita für alle“, der Eltern, Kita-Einrichtungsleitungen, Trägerleitungen und sonderpädagogische Fachkräfte zusammenbringt. Der Praxisbeirat tagt dreimal jährlich und bringt konkrete Themen ein, die in der Kita-Praxis von Relevanz sind. Zudem hat der Beirat einen zusätzlichen Sitz in der Stuttgarter Konferenz der Gesamtelternbeiräte (KdGEB) für Eltern von Kindern mit Behinderung geschaffen – ein Zeichen für die Stärkung der Partizipation.
Modell-Kita „Zusammen wachsen“: Ein Meilenstein der Inklusion
Die Modell-Kita „Zusammen wachsen“ ist ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung der Leitlinie. Sie wird ab dem Kindergartenjahr 2026/2027 in Betrieb genommen und von der Stiftung Rominger in Kooperation mit dem Körperbehinderten-Verein Stuttgart e.V. (KBV Stuttgart) getragen. Die Kita bietet 52 Kindern einen Platz, davon 12 für Kinder mit Behinderung. Ziel ist es, Kindern mit Behinderung gleiche Rahmenbedingungen zu ermöglichen wie Kindern ohne Behinderung.
Der Bau der Kita, der von der Baugenossenschaft Neues Heim eG (BGNH) als Bauherrin realisiert wird, ist für den Sommer 2026 fertiggestellt. Das Projekt ist Teil der Reform des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) und des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG), das einen uneingeschränkten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auch für Kinder mit Behinderung einführte.
Modellversuch Inklusion (MoVe In): Neue Unterstützung für Kitas
Stuttgart plant, am Modellversuch Inklusion (MoVe In) teilzunehmen, um die Inklusion in Kitas weiter zu stärken. MoVe In sieht mobile Fachdienste und Qualitätsbegleiter*innen in Kitas vor, die Beratung, Prozessbegleitung und Qualifizierung anbieten. Ziel ist es, die pädagogische Arbeit in Kitas zu stärken und die Inklusion nachhaltig zu verankern.
Die Landeshauptstadt Stuttgart plant, bestehende Angebote der Zentralen Informations- und Beratungsstelle (ZIB) durch MoVe In zu erweitern. Die Teilnahme am Modellversuch wurde beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport angemeldet, unter Vorbehalt der endgültigen Bedingungen.
Fortbildungen: Schlüssel zur Inklusion
Ein weiteres zentrales Element der Leitlinie ist die kontinuierliche Fortbildung von pädagogischen Fachkräften. Stuttgart bietet ein breites Spektrum an kostenfreien Fortbildungen, darunter Themen wie Autismus-Spektrum-Störungen, Gebärden im Kita-Alltag, Resilienzförderung und Elternarbeit. Die Fortbildungen sind über die ZIB organisiert und können online angemeldet werden.
Im März 2026 sind Fortbildungen zu Themen wie „Infektionskrankheiten in der Kita“ und „Eltern sensibilisieren und unterstützen im Umgang mit Übergewicht bei Kindern“ geplant. Diese Angebote unterstreichen, wie sehr Stuttgart auf eine qualifizierte und inklusive pädagogische Arbeit setzt.
Ausblick: Die Zukunft der Kita-Landschaft in Stuttgart
Im Herbst 2026 ist ein weiterer Beteiligungsprozess zur Fortschreibung der Leitlinie „Kita für alle“ geplant. Vorschläge für die Zukunft beinhalten unter anderem die Einführung von Inklusionsboxen für Kitas, externe Coaching-Angebote und die stärkere Barrierefreiheit. Der Themenspeicher der Leitlinie bietet zudem eine Vielzahl an weiteren Themen, die priorisiert und umgesetzt werden können.
Gleichzeitig wird der Neubau der Kita an der Schrozberger Straße 41 in Zuffenhausen vorangetrieben. Der Baubeginn ist für den Herbst 2027 vorgesehen, und die Fertigstellung ist für den Sommer 2029 geplant. Die Kita wird 80 Kinder in fünf Gruppen betreuen und die Versorgung in der Region deutlich verbessern.
Stuttgart hat mit der Leitlinie „Kita für alle“ und den dazugehörigen Maßnahmen einen klaren Kurs für eine inklusive Kita-Landschaft gesetzt. Die nächsten Monate und Jahre werden zeigen, ob dieser Kurs erfolgreich umgesetzt werden kann – und ob Stuttgart ein Vorbild für andere Städte in Deutschland bleibt.
Quellen
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