Offenburgs Mobilitätswandel: Der Masterplan und seine Umsetzung
Offenburg hat sich mit einem ambitionierten Masterplan Verkehr 2035 auf den Weg gemacht, um die städtische Mobilität klimafreundlich und zukunftsfähig zu gestalten. Im April 2026 wurden mehrere Entscheidungen gefällt, die die Richtung vorgeben – von der Elektrifizierung der Busflotte bis hin zur Modernisierung der Ampelsteuerung.
Offenburg gestaltet Mobilität neu: Der Masterplan 2035 und seine Umsetzung
Die Stadt Offenburg hat sich in den letzten Jahren als Vorreiter im Bereich Klimamobilität etabliert. Der 2023 beschlossene und seit 2025 als „Zukunftswege Offenburg 2035“ bezeichnete Masterplan Verkehr ist zentraler Baustein für eine klimafreundliche, nachhaltige und verkehrsgerechte Stadtentwicklung. Im April 2026 wurden im Verkehrsausschuss weitere Schritte in die Wege geleitet, die zeigen: Offenburg macht nicht nur Pläne – Offenburg handelt.
Finanzierung und Förderung: Die Grundlagen für die Umsetzung
Der Masterplan „Zukunftswege 2035“ ist mit insgesamt 213 Millionen Euro veranschlagt, wobei 124 Millionen Euro zu Lasten der Stadt sind. Ein entscheidender Faktor für die Machbarkeit ist die Förderung durch den Klimabonus, der ca. 29 Millionen Euro einbringt – etwa 14 % der Gesamtkosten. Zentrale Maßnahmen wie die Elektrifizierung der Busflotte, Tempo-30-Zonen oder die Radverkehrsoptimierung kosten bereits 73 Millionen Euro, was deutlich macht, dass Offenburg sich auf einen langfristigen Investitionszyklus einstellt.
Die Finanzierung ist zwar gewährleistet, doch die Stadt bleibt dabei vorsichtig. Die Verwaltung ist beauftragt, bei Ausbleiben von Angeboten selbst einzuschreiten – ein Zeichen, dass die Umsetzung im Fokus bleibt, auch wenn externe Bedingungen variieren.
Ampelsteuerung und Energieeffizienz: Die technischen Grundlagen der Verkehrsoptimierung
Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Baustein der klimafreundlichen Mobilität ist das Ampelmanagement. Im April 2026 wurde ein Beschluss gefasst, die Lichtsignalsteuerungszentrale im Rahmen des Masterplans zu errichten. Ziel ist es, die Verkehrsflüsse zu optimieren, Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Die Modernisierung erfolgt Schritt für Schritt: 12 veraltete Steuergeräte sollen durch energieeffiziente LED-Signalgeber ersetzt werden, was nicht nur die Lebensdauer der Anlagen verlängert, sondern auch die Energiekosten senkt. Jeder Austausch kostet ca. 50.000 Euro, doch die langfristigen Einsparungen und die Klimawirkung rechtfertigen die Investition.
Die Softwareplattform MyCity spielt hier eine zentrale Rolle. Sie erfasst Echtzeitdaten und ermöglicht eine adaptive Steuerung, die auf den tatsächlichen Verkehrsfluss reagiert. Dies ist besonders in Stoßzeiten von Vorteil, wo die Effizienz der Ampeln entscheidend ist.
ÖPNV, Radverkehr und Autoarme Innenstadt: Die Säulen der klimafreundlichen Mobilität
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Elektrifizierung der Stadtbusflotte, die bis 2035 abgeschlossen sein soll. Die Ausschreibung für den Zeitraum 2027–2042 ist bereits in Planung. Gleichzeitig wird der Radverkehr ausgebaut: 10 km fahrradfreundliche Straßenumgestaltung und vier Fahrradstraßen sind bis 2035 vorgesehen. Die Evaluation der Zeller Straße Ost hat gezeigt, dass die Geschwindigkeit deutlich gesunken ist – ein Erfolg für mehr Sicherheit und weniger Lärmbelastung.
Die autoarme Innenstadt ist ein ambitioniertes Projekt, das mit der Verkehrsberuhigung und der Ausweitung der Fußgängerzonen umgesetzt wird. Allerdings stoßen die Planungen an bauliche Grenzen, weshalb das Innenstadtprogramm GO OG 2.0 als Pilotprojekt dienen soll.
Parkraummanagement und Tempo-30-Zonen: Die Umsetzung im Detail
Im April 2026 wurden auch konkrete Entscheidungen zum Parkraummanagement getroffen: Parkgebühren werden erhöht, Parkplätze in mehreren Projekten umgenutzt und neue Parkhäuser an der Rheinstraße und in der Lise-Meitner-Straße geplant. Dies ist Teil der Strategie, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Raum neu zu verteilen.
Zudem wurden neue Tempo-30-Zonen beschlossen – unter anderem in der Zähringer Straße, Schweighausenstraße und Am Wiesenrain. Diese Maßnahmen sind Teil des Geschwindigkeitsnetzes, das im Masterplan definiert wurde. Sie tragen zur Verkehrssicherheit bei und fördern gleichzeitig die Lebensqualität im städtischen Raum.
Ausblick: Offenburg auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft
Die Mobilitätswende in Offenburg ist in vollem Gange. Mit dem Masterplan „Zukunftswege 2035“ hat die Stadt einen klaren Rahmen geschaffen, der sowohl technisch als auch finanziell tragfähig ist. Die Umsetzung verläuft schrittweise, aber konsequent – von der Modernisierung der Ampeln bis zur Elektrifizierung des ÖPNV.
Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Maßnahmen in der Praxis bewähren. Mit der Errichtung der Lichtsignalsteuerungszentrale und weiteren Projekten wie der Moltkestraße-Umgestaltung wird Offenburg auch in den kommenden Jahren als Vorreiter in Sachen Klimamobilität bestehen.
Quellen
Weitere Beiträge aus Offenburg
Offenburgs Finanzpolitik im April 2026: Steuerneuerungen, Haushaltsplanung und Investitionen
Im April 2026 hat Offenburg wichtige Entscheidungen in der Finanzpolitik getroffen, darunter die Einführung einer Übernachtungssteuer, die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/2027 und Investitionen in Bildung und Denkmalschutz. Dieser Blog analysiert die Hintergründe, Auswirkungen und zukünftige Perspektiven dieser Maßnahmen.
Weiterlesen →
Offenburg April 2026: Verkehr, Finanzen und Integration im Fokus
Im April 2026 standen in Offenburg wichtige Entscheidungen zu Verkehr, Finanzplanung und Integration im Vordergrund. Der Verkehrsausschuss legte den Grundstein für Tempo-30-Zonen und Gehwegparkkonzepte, der Gemeinderat beschloss die Übernachtungssteuer, und der Integrationsbeirat diskutierte über Sprachförderung und bürgerschaftliches Engagement.
Weiterlesen →
Offenburgs Integrationspolitik im April 2026: Herausforderungen und Initiativen im Fokus
Im April 2026 standen in Offenburg wichtige Entscheidungen und Initiativen zur Integrationspolitik im Vordergrund. Der Integrationsbeirat, neue Bildungsangebote und Herausforderungen durch Bundesentscheidungen prägten das Geschehen.
Weiterlesen →Früher wissen. Früher handeln.
Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.
Jetzt kostenlos testen