Wohnungspolitik und Soziale Dienste in Mannheim: Herausforderungen und Initiativen im Februar 2026
Im Februar 2026 standen in Mannheim die Themen Migration, Wohnraumversorgung und soziale Integration im Fokus. Die Stadt kämpft mit einem akuten Mangel an Unterbringungsplätzen für Geflüchtete und entwickelt gleichzeitig neue Strategien, um soziale Dienste zu stärken. Der Verein Duha e.V. und der Cluster Social Economy sind zentrale Akteure in diesem Prozess.
Wohnraumknappheit und Migration: Eine wachsende Herausforderung
Mannheim ist im Februar 2026 weiterhin Zielort für Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Konfliktregionen. Stand Ende Januar 2026 waren 2.074 Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht, wobei die Asylunterkünfte zu 95 % belegt waren. Der PulsM auf Columbus war vollständig belegt (671 Personen), und das Boardinghaus erreichte eine Belegung von 90 % (152 Personen).
Die Stadt reagiert auf die steigende Nachfrage mit einer kontinuierlichen Ausweitung ihrer Kapazitäten. Im Jahr 2026 sind zusätzliche 600 Plätze geplant, darunter 200 neue Wohnplätze im Bauprojekt Edisonstraße 4–6, 300 in MoWa und 85 in der Spreewald EG. Dennoch bleibt ein Defizit von 400 fehlenden Plätzen bestehen, was zeigt, dass die Nachfrage nach Wohnraum für Geflüchtete die Angebote noch übertreffen wird.
Soziale Dienste stärken Integration: Der Verein Duha e.V. in Aktion
Im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Soziales wurde der Verein Duha e.V. vorgestellt, der seit 2013 Menschen mit Behinderung, Kindern, Jugendlichen und Familien Unterstützung bietet. Der Verein ist ein Schlüsselakteur in der sozialen Infrastruktur Mannheims, insbesondere in der deutsch-türkischen Community.
Die Arbeit von Duha ist auf kultursensible Unterstützung und Begleitung ausgerichtet, wobei der Fokus auf Menschen mit Migrationshintergrund liegt. Der Verein setzt auf ein starkes ehrenamtliches Netzwerk – von 146 Mitarbeitenden sind 80 ehrenamtlich engagiert. Aktuell betreut Duha 120 Familien im Rhein-Neckar-Kreis und arbeitet an Projekten wie der Leseförderung für Menschen mit Behinderung oder tiergestützten Interventionen.
Social Economy: Innovation in der Sozialwirtschaft
Ein weiteres Highlight im Februar 2026 war die Vorstellung des Clusters Social Economy im Rahmen des Ausschusses. Ziel des Clusters ist es, sozialwirtschaftliche Unternehmen in Mannheim und der Metropolregion zu stärken. In Deutschland gibt es bereits 156.000–172.000 solcher Unternehmen, die jährlich Umsätze von 72–82 Mrd. Euro erwirtschaften und 3–3,4 Millionen Menschen beschäftigen.
Mannheim möchte mit dem Cluster Social Economy nicht nur lokale Initiativen stärken, sondern auch überregional sichtbarer werden. Das Sozialwirtschaftszentrum Altes Volksbad fungiert als Anlaufstelle für Gründungen, Coworking und Weiterbildungen. Der Cluster ist Teil eines breiteren Netzwerks, das europäisch (ESER, Policy Learning Platform Europe), national (Städtenetzwerk Social Entrepreneurship) und lokal vernetzt ist.
Beförderungsleistungen für Menschen mit Behinderung: Sicherheit und Teilhabe
Ein weiteres Thema, das in der Sitzung behandelt wurde, war die Genehmigung von Beförderungsleistungen für Menschen mit Behinderung. Im Jahr 2026/2027 sind insgesamt 35 Touren geplant, die in Zusammenarbeit mit Tagesförderzentren und Förder- und Betreuungsbereichen stattfinden. Die Beförderungen sind Teil der Leistungen nach § 81 SGB IX und dienen der Sicherung der sozialen Teilhabe.
Die Ausschreibung der Beförderungsservices erfolgt in mehreren Losen und ist mit einem Auftragsvolumen von insgesamt 2,6 Millionen Euro verbunden. Die Verträge laufen bis 2027, und die Stadt setzt dabei auf Preis als zentrales Zuschlagskriterium. Gleichzeitig werden hohe Anforderungen an Fahrzeugausstattung, Fahrerqualifikation und soziale Kompetenz gestellt, um die Sicherheit und den Bedarf der Nutzer*innen zu gewährleisten.
Ausblick: Wie geht es weiter?
Mannheim steht vor der Herausforderung, sowohl die akute Wohnraumnot für Geflüchtete als auch die langfristige Integration in den Sozialraum zu bewältigen. Gleichzeitig wird die Stadt ihre Rolle als Innovationsstandort in der Sozialwirtschaft stärken. Der Cluster Social Economy kann dabei helfen, soziale Unternehmen mit wirtschaftlichen Ressourcen zu verbinden. Der Verein Duha e.V. bleibt ein zentraler Partner in der Migration und Integration, und die Beförderungsleistungen für Menschen mit Behinderung zeigen, wie die Stadt Barrierefreiheit und Teilhabe aktiv fördert.
Quellen
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