Breitband und Fußgängerfrequenzen: Wie Karlsruhe die Wirtschaft ankurbelt
Im Februar 2026 standen in Karlsruhe entscheidende Entwicklungen im Bereich Wirtschaftsförderung im Fokus. Der Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft berichtete über den aktuellen Stand des Breitbandausbaus sowie über die Ergebnisse der Fußgängerfrequenzzählungen, die Einblicke in die Entwicklung der Karlsruher Innenstadt liefern.
Breitbandausbau und wirtschaftliche Zukunftssicherung
Der Breitbandausbau ist ein zentraler Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung moderner Städte. In Karlsruhe ist der Ausbau in den letzten Jahren deutlich vorangekommen. Mit Stand Februar 2026 verfügen bereits 95 Prozent der Bevölkerung über Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Kabelnetze von Vodafone, die rund 94 Prozent der Gigabitversorgung abdecken.
Ein weiterer Meilenstein ist der Ausbau in der Rheinhafengegend, wo die Stadt Karlsruhe mit Unterstützung von Bund und Land einen gezielten Glasfaserausbau vorantreibt. Mit einer Bausumme von über elf Millionen Euro und einer Förderung von 90 Prozent durch Bund und Land ist das Projekt ein Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Die Breitband Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) und die Stadtwerke Karlsruhe Kommunale Dienste GmbH (SWKD) sind hierbei zentraler Partner.
Allerdings gibt es Herausforderungen: Deutsche Glasfaser hat den geplanten Ausbau in mehreren Stadtteilen abgesagt, hauptsächlich aufgrund von hohen Kosten und unzureichender Nachfrage. Die Stadt hat daraufhin verstärkt Kooperationen mit bestehenden Anbietern wie Telekom, 1&1 Versatel und Stadtwerke Karlsruhe eingegangen, um Doppelausbauten zu vermeiden und Ressourcen zu sparen.
Die Innenstadt im Fokus: Fußgängerfrequenzen als Wirtschaftsindikator
Die Wirtschaftsförderung Karlsruhe hat im Jahr 2025 erneut die Fußgängerfrequenzen in der Innenstadt analysiert. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Aufschwung: Die Frühjahrszählung 2025 verzeichnete mit 340.342 Passant*innen einen neuen Höchstwert seit 2010 und einen Anstieg um 31,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffallend sind die Zahlen in der Kaiserstraße und um das Einkaufszentrum Ettlinger Tor, wo Frequenzanstiege von bis zu 109 Prozent gemessen wurden.
Diese Entwicklung wird im Kontext der Neugestaltung der Kaiserstraße und weiterer Innenstadtprojekte gesehen. Zwar ist das Vor-Corona-Niveau von 2019 noch nicht erreicht, dennoch zeigt sich ein positiver Trend. Der Samstag hat sich als Einkaufstag regeneriert, und die Innenstadt zieht wieder mehr Besucher*innen an.
Die Frequenzzählungen sind Teil des Korridorthemas „Zukunft Innenstadt“, das sich mit der langfristigen Entwicklung und Attraktivität der Karlsruher Innenstadt befasst. Die Daten fließen auch in das stadteigene Monitoring-System ein, das die Nutzung der Innenstadt analysiert und Handlungsempfehlungen ableitet.
Herausforderungen und Chancen der Wirtschaftsförderung
Die Wirtschaftsförderung Karlsruhe arbeitet eng mit Netzbetreibern, dem Tiefbauamt und weiteren Akteuren zusammen, um die wirtschaftliche Basis der Stadt zu stärken. Der Fokus liegt aktuell auf eigenwirtschaftlichem Breitbandausbau, da Förderverfahren in absehbarer Zeit nicht mehr geplant sind.
Auch bei der Innenstadtentwicklung gibt es Herausforderungen: Aufgrund der Haushaltslage konnten die Zählstellen reduziert werden, und eine Digitalisierung der Zählungen ist vorerst nicht möglich. Dennoch bleibt das Innenstadtmonitoring ein zentraler Baustein für die strategische Planung.
Ausblick: Wie Karlsruhe wirtschaftlich bleibt
Die Ergebnisse aus dem Februar 2026 zeigen, dass Karlsruhe auf einem guten Weg ist, aber nicht stehen bleiben darf. Der Breitbandausbau ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Stadt, besonders in wirtschaftlich wichtigen Gebieten wie dem Rheinhafen. Gleichzeitig zeigt die Innenstadtentwicklung, dass Investitionen in die Infrastruktur, aber auch in die Wahrnehmung der Stadt als lebendiger und attraktiver Ort, Früchte tragen können.
Die nächsten Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft und Wissenschaft im Jahr 2026, insbesondere im Juni und September, werden weitere Entscheidungen zu diesen Themen bringen. Die Wirtschaftsförderung bleibt dabei ein zentraler Akteur – sowohl als Koordinator als auch als Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung Karlsruhes.
Quellen
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